Herbst Entwurmung - muss das sein?
Warum ist Entwurmung wichtig?
Schafe kommen während der Weidesaison ständig mit Wurmlarven in Kontakt. Besonders häufig treten Magen-Darm-Würmer, Lungenwürmer und Leberegel auf. Die Parasiten werden über das Gras aufgenommen und entwickeln sich im Verdauungstrakt der Tiere weiter. Dort schädigen sie den Organismus und entziehen wichtige Nährstoffe.
Typische Anzeichen eines Wurmbefalls sind:
- Gewichtsverlust
- schlechtes Wachstum bei Lämmern
- Durchfall
- stumpfe oder struppige Wolle
- Leistungseinbußen
- Blutarmut und blasse Schleimhäute
- allgemeine Schwäche und Abmagerung
Besonders gefährlich ist der Rote Magenwurm (Heamonchus contortus), der Blut saugt und schwere Blutarmut verursachen kann.
Entwurmen nur nach Bedarf!
Früher wurden viele Herden routinemäßig im Jahr entwurmt. Heute weiß man, dass diese Vorgangsweise die Entwicklung von Resistenzen fördert. Das bedeutet, dass Wurmmittel zunehmend ihre Wirksamkeit verlieren. Deshalb sollten Entwurmungen nur nach tatsächlichen Bedarf durchgeführt werden.
Die wichtigste Grundlage ist eine Diagnose:
Nur so kann festgestellt werden, ob tatsächlich ein behandlungswürdiger Befall vorliegt.
Die wichtigste Grundlage ist eine Diagnose:
- Kotprobenuntersuchung
- Beobachtung der Tiere
- Beurteilung des Ernährungszustandes
- Kontrolle der Lidbindehäute (FAMACHA-Methode bei blutsaugenden Würmern)
Nur so kann festgestellt werden, ob tatsächlich ein behandlungswürdiger Befall vorliegt.
Konkrete Vorgehensweise
- Kotproben untersuchen lassen
Regelmäßige Kotuntersuchungen liefern Informationen über die vorhandenen Parasitenarten und deren Befallstärke. Besonders vor und während der Weidesaison sind solche Kontrollen sinnvoll.
- Betroffene Tiere identifizieren
Oft müssen nicht alle Schafe behandelt werden. Schwache Tiere, Lämmer oder Tiere mit auffälligen Symptomen tragen häufig die höchste Parasitenlast. Die gezielte Behandlung einzelner Tiere reduziert den Einsatz von Entwurmungsmitteln und verlangsamt die Resistenzentwicklung.
- Passendes Entwurmungsmittel wählen
Welches Präparat eingesetzt wird, hängt von den nachgewiesenen Parasiten ab. Die Auswahl sollte immer in Absprache mti dme Tierarzt erfolgen. Eine korrekte Dosierung ist entscheidend. Unterdosierungen oder falsch eingestellte Dosierspitzen fördern Resistenzen und führen oft zu unzureichenden Behandlungserfolgen.
- Behandlungserfolg kontrollieren
Nach der Entwurmung sollte überprüft werden, ob die Maßnahme erfolgreich war. Am besten 14 Tage nach der Entwurmung eine erneute Kotuntersuchung durchführen. So lassen sich mögliche Resistenzen frühzeitig erkennen!
Fazit
Die moderne Schafhaltung setzt auf ein durchdachtes Parasitenmanagement statt auf routinemäßige Massenentwurmungen. Kotuntersuchungen, regelmäßige Tierkontrollen und ein gutes Weidemanagement bilden die Grundlage für gesunde Tiere und einen nachhaltigen Einsatz von Entwurmungsmitteln. Wer gezielt statt pauschal behandelt, schützt nicht nur seine Herde, sondern trägt auch dazu bei, die Wirksamkeit der verfügbaren Medikamente langfristig zu erhalten.