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Das 1×1 zur Tränke: Mit Wasser täglich gut versorgt

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25.06.2026 | von Dr. Marco Horn, BEd

Wasser muss jeden Tag in ausreichender Menge und Qualität sowie tiergerecht für alle Rinder zur Verfügung stehen. Wie das gelingt und worauf man dabei achten sollte? Hier erfahren Sie mehr.

17 TränkeMilchkuh_PPK_IMG_9964.jpg © Paula Pöchlauer-Kozel/LK Niederösterreich
Generell sollte man Tränken so einbauen, dass sie von drei Seiten frei zugänglich sind. © Paula Pöchlauer-Kozel/LK Niederösterreich
Rinder bestehen zu 75 Prozent aus Wasser und Milch zu 85 Prozent. Die Wasserversorgung spielt also im Stoffwechsel und für die Milchbildung eine entscheidende Rolle.

Wieviel Wasser brauchen Rinder?

Der Tränkewasserbedarf von Rindern hängt unter anderem ab von
  • Lebendmasse
  • Umgebungstemperatur
  • Futteraufnahme
  • Trockenmassegehalt der Gesamtration
  • Tagesmilchleistung und Laktationstag
Die Tabelle „Aufnahme von Tränkewasser“ auf Seite 38 zeigt, dass der Wasserbedarf eines Rindes vom jungen Kalb bis zur laktierenden Kuh von zirka zehn auf über 100 Liter pro Tag steigt. Auch die Umgebungstemperatur spielt eine Rolle. In Hitzeperioden steigt der Wasserbedarf noch einmal deutlich an. Für eine 30-köpfige Milchviehherde mit einer Durchschnittsleistung von 27 Kilogramm Milch bedeutet dies an einem Sommertag mit 28 °C einen Mehrbedarf von 600 Litern Tränkewasser im Vergleich zu einem Wintertag mit 5 °C Umgebungstemperatur.

Aufnahme von Tränkewasser

5°C 15°C 28°C
Kalb 90 kg LM 8 9 13
180 kg LM 14 17 23
Kalbin 360 kg LM 24 30 40
545 kg LM 34 41 55
Kuh, trockenstehend 630 kg LM 37 46 62
Kuh, laktierend 9 kg Milch/d 46 55 68
27 kg Milch/d 84 99 104
36 kg Milch/d 103 121 147
45 kg Milch/d 122 143 174
Tränkewasseraufnahme in Liter in Abhängigkeit von Lebendmasse, Milchleistung und Umgebungstemperatur (nach Beede 1992 und Meyer et al. 2002)

Damit Rinder ihren Wasserbedarf ausreichend decken können, sind drei Faktoren entscheidend:

  • Art, Anzahl und Anordnung der Tränken
  • Wasserdruck
  • Wasserqualität

Wie wollen Rinder trinken?

inder sind Saugtrinker. Das heißt, sie tauchen beim Saufen ihr Flotzmaul fünf bis sieben Zentimeter in eine offene Wasseroberfläche ein, wobei die Nasenlöcher frei bleiben. Damit sorgen Rinder stets dafür, dass die Luftzufuhr während der Wasseraufnahme nicht unterbrochen ist. Sie trinken in ruhigen, regelmäßigen Zügen, wobei sie 15 bis 25 Liter pro Minute aufnehmen. Ein Trinkvorgang dauert etwa eine halbe Minute. Pro Tag suchen die Kühe zehn- bis 15-mal eine Tränke auf. Ist eine Tränke nicht in der Lage, die benötigte Menge Wasser zur Verfügung zu stellen, sinkt die Wasseraufnahme der Tiere pro Tag. Das wirkt sich negativ auf Futteraufnahme und Tiergesundheit aus.

Selbsttränker nicht geeignet

Berücksichtigt man das natürliche Trinkverhalten der Rinder, kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass Selbsttränker für erwachsene Rinder nicht geeignet sind. Sie liefern eindeutig zu wenig Wasser. Das erkennt man am deutlich hörbaren Schlürfen während des Saufens.

Aufgepasst

Auch in Spezialbereichen, wie Trockensteherstall oder Abkalbebox, sind Selbsttränker völlig fehl am Platz. Gerade rund um die Abkalbung sichert eine optimale Wasserversorgung auch die maximale Futteraufnahme.

Trogtränken richtig montieren

Aus Trogtränken können die Tiere auf sehr natürliche Weise trinken, vorausgesetzt diese sind richtig montiert. Laut aktuellen Empfehlungen sollte die Wasseroberfläche 60 Zentimeter über dem Standniveau der Kühe liegen. Zehn bis 15 Zentimeter Wassertiefe in der Trogtränke reichen aus. Wichtig ist die Durchflussrate von mindestens 20 Litern pro Minute.
17 Trogtränke-Milchkuh_PPK_IMG_9316.jpg © Paula Pöchlauer-Kozel/LK Niederösterreich
Für je 20 Tiere sollte eine Tränke zur Verfügung stehen, aber stets mindestens zwei Tränken pro Gruppe. © Paula Pöchlauer-Kozel/LK Niederösterreich

Wie viele Tränken sind notwendig?

Für je 20 Tiere sollte eine Tränke zur Verfügung stehen, aber stets mindestens zwei Tränken pro Gruppe. Den größten Durst, das sind 30 Prozent der Tagesmenge, haben Kühe direkt nach dem Melken. Es macht also Sinn, auf dem Weg vom Melkstand zum Futter ausreichend Wasser anzubieten. Die Tränke sollte so angeordnet sein, dass alle Kühe den Melkstand rasch verlassen können. Generell sollte man Tränken so einbauen, dass sie von drei Seiten frei zugänglich sind, wobei mindestens drei Meter Platz zur Verfügung stehen sollte. Ist das Platzangebot begrenzt, bieten sich doppelte, parallel zum Gang montierte Trogtränken an, da die daraus saufenden Tiere Laufgänge und Übergänge nicht zustellen.

Was ist bei Kälbern zu beachten?

Kälber müssen ab der zweiten Lebenswoche freien Zugang zu Wasser haben. In den ersten drei Monaten liegt der Flüssigkeitsbedarf eines Kalbes bei acht bis zwölf Litern. Zu Beginn deckt das Kalb diesen Bedarf über die Milch. Sobald die Milchmenge reduziert wird, ist das Kalb auf Wasser angewiesen. Nur bei ausreichender Wasserversorgung schmecken auch trockene Futtermittel wie Heu, Kälberstarter oder Kälber-TMR. Wasser spielt also für die Entwicklung des Kalbes zum Wiederkäuer eine entscheidende Rolle.

Aufgepasst

Beim Umstallen von Kälbern ist besonderes Fingerspitzengefühl gefragt. Wurde zum Beispiel im Iglu das Wasser in einem Eimer angeboten, brauchen die Kälber einige Tage, um das Saufen an der Schalentränke in der Gruppenbucht zu lernen. Während der Lernphase sollte man zusätzlich Wasser in einem Eimer oder Trog anbieten. Ansonsten drohen schlechte Futteraufnahmen bis hin zu Dehydrierung.
17 Trogtränke_PPK_IMG_0038.jpg © Paula Pöchlauer-Kozel/LK Niederösterreich
© Paula Pöchlauer-Kozel/LK Niederösterreich

Welchen Einfluss hat die Wasserqualität?

Rindern muss man geeignetes Frischwasser aus sauberen Tränkeeinrichtungen anbieten. Eine regelmäßige Untersuchung des Tränkewassers ist in Österreich nicht vorgeschrieben, sollte aber bei Verdacht auf Verunreinigungen durchgeführt werden. In der Praxis ist zu beobachten, dass sich die Tiergesundheit verbessert, nachdem sich die Wasserqualität erhöht hat. Damit die Kühe das Wasser gerne aufnehmen, sollte es jedenfalls frei von Trübungen und Gerüchen sein.

Was wirkt sich negativ auf Geschmack und Geruch aus?

  • hohe Keimzahlen des Tränkewassers und/oder
  • hohe Kalk- oder Eisengehalte oder gar
  • hohe Nitratgehalte
Das kann auch der Grund für Biofilme und Beläge in den Tränken sein. Diese Ursachen können die Wasseraufnahme verringern und der Ausgangspunkt für Erkrankungen und Mangelerscheinungen sein.

Tränke bei Bedarf täglich reinigen

Aber auch bei ausreichend guter Wasserqualität können sich innerhalb kurzer Zeit Beläge aus Bakterien, Algen und Schmutz bilden. Kühe riechen sehr gut und trinken nicht gerne aus verdreckten Tränken. Deshalb soll die Überprüfung und Reinigung der Tränke zur täglichen Stallroutine zählen. Dafür sollte man eine Bürste mit Stiel direkt bei der Tränke montieren. Beim täglichen Pflegen der Liegeflächen, beim Nachtreiben oder der Tierkontrolle kann man immer nebenher gleich die Tränke säubern. Damit der gelöste Schmutz sich dann nicht einfach wieder am Boden der Tränke absetzt oder von den Kühen mitgesoffen wird, sollte man die Tränke nach dem Reinigen entleeren. Sehr einfach geht das bei Kipptränken.
https://www.youtube.com/watch?v=Tnr9AQYoSuM
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Optimale Wasserversorgung im Milchviehstall

Warnsignale für eine unzureichende Wasserversorgung

  • Fester Kot
  • Geringer Harnabsatz
  • Unregelmäßiges Trinken mit abnormalem Trinkverhalten
  • Schlechte Futteraufnahme, ungenügende Milchleistung, sinkende Milchinhaltsstoffe, schwankende Zellzahl
  • Harnsaufen – kann aber auch andere Ursachen haben
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