Unsere Weidegans – unsere Landwirtschaft, unsere Entscheidung
Wenn im Herbst die Weidegans zum Festtagsgenuss wird, beginnt für viele Genießer:innen die eigentliche Ganslsaison. Für die landwirtschaftlichen Betriebe liegt zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits eine ganze Weidesaison voller täglicher Arbeiten hinter ihnen. Diese reichen von der Aufzucht der Gössel über die Versorgung und Betreuung der Tiere bis hin zur Pflege und Bewirtschaftung der Weideflächen.
Das klassische Bild der Weideganshaltung mit einer Gänseschar auf saftigen Weiden und reichlich frischem Gras ist uns allen gut bekannt. Doch was passiert, wenn genau die Ressource knapp wird, die dieser besonderen Haltungsform ihren Namen gibt?
Die diesjährige Dürre stellt viele landwirtschaftliche Betriebe vor große Herausforderungen. Wo über Wochen bei anhaltenden hohen Temperaturen Niederschläge gefehlt haben, wuchs auch auf den Gänseweiden deutlich weniger nach. Für Weideganshalter:innen wird damit eine wichtige Futtergrundlage knapp, deren Erhalt und Qualität auch unter günstigen Bedingungen eine entsprechende Pflege und Bewirtschaftung voraussetzen.
„Die ersten Auswirkungen der Trockenheit hat man Mitte Juni bemerkt“, erzählt Jürgen Resch, langjähriger Weidegansbauer aus Litzelsdorf.
In Zeiten anhaltender Trockenheit braucht es jedoch besondere Aufmerksamkeit und das Weidemanagement wird zur Herausforderung. Flächen erholen sich langsamer, es kommt zu einem geringeren Futteraufwuchs, gleichzeitig muss die Versorgung der Tiere weiterhin zuverlässig sichergestellt werden. Der Weidezustand sowie das Futter- und Wasserangebot mussten deutlich häufiger kontrolliert und entsprechend angepasst werden. Dies führte zu einem erhöhten Management- und Arbeitsaufwand für die Betriebe. Schließlich müssen Gänse auch in einem Dürrejahr ausreichend gefüttert und angemessen betreut werden.
„Ich habe mehr Getreide und Heu gefüttert, die Wassermenge, die die Tiere aufgenommen haben, hat sich fast verdoppelt. So waren die Tiere immer gut versorgt“, berichtet Andreas Pieler, Weideganshalter aus Kemeten.
Familie Resch reagierte auf die trockenen Bedingungen mit folgenden Maßnahmen: „Wir haben zusätzliche Tränken aufgestellt und die Zufütterung entsprechend angepasst“, Jürgen Resch.
Auch Thomas Gmoser, Weideganshalter aus Rohrbrunn, setzte auf wechselnde Weideflächen. Ergänzend mähte er umliegende Wiesen und fütterte das frische Gras zu. Getreide und Wasser standen den Gänsen jederzeit zur freien Entnahme. „Es waren herausfordernde Zeiten aber das Tierwohl steht für mich immer an erster Stelle“, so Gmoser.
Warum es trotzdem eine Weidegans ist
Die Weide ist somit viel mehr als nur eine reine Futterquelle, sie ist Lebensraum. Die Tiere können hier die wesentlichen Teile ihres natürlichen Verhaltens ausleben. Strukturierte Flächen zum Erkunden und die Möglichkeit sich frei zu bewegen, all das trägt maßgeblich zum Tierwohl bei und unterscheidet die Weideganshaltung somit klar von der reinen Stallhaltung.
„Den Gänsen darf es an nichts fehlen, das Tierwohl ist uns sehr wichtig“, betont Harald Hackl, Weideganshalter aus Burgauberg.
Was hat die Dürre mit den Festtagsbraten zu tun?
Für Jürgen Resch ist klar: „Wir geben auch in Ausnahmejahren wie dem heurigen unser Bestes, um unseren Kunden ein qualitativ hochwertiges Produkt zu einem angemessenen Preis zur Verfügung stellen zu können.“
Umso wichtiger ist die Frage: Woher kommt unser Essen? Damit Lebensmittel auch in Zukunft in Österreich produziert werden können, braucht es wirtschaftliche Perspektiven für die Betriebe. Welche Landwirtschaft langfristig Bestand hat, hängt deshalb auch davon ab, wofür wir uns beim Einkauf entscheiden.
Auch Andreas Pieler betont: “Eine gute Haltung und gute Qualität gehören für mich zusammen. Ich wünsche mir, dass wieder bewusst und regional eingekauft wird“.
Wer sich für eine österreichische Weidegans entscheidet, entscheidet sich daher nicht nur für einen Festtagsbraten von hoher Qualität, sondern unterstützt auch heimische Betriebe, regionale Wertschöpfung und eine Landwirtschaft, die Verantwortung übernimmt.
Wie wichtig dabei die direkte Unterstützung der landwirtschaftlichen Betriebe ist, bringt Harald Hackl auf den Punkt: „Direkt vom Bauern kaufen, nur so kann der Bauer gestärkt werden.“
Regional genießen: Rezeptideen und Inspiration finden Sie unter https://weidegans.at/rezepte/.
Burgenlands Weidegänsehalter 2025
Langerberg 25
7572 Rohrbrunn
Tel.: 0664/210 25 89
Mail: thomas.gmoser@gmx.at
Hackl Harald
Höhenstraße 20
7574 Burgauberg
Tel.: 0664/738 72 787
Mail: h.hackl@aon.at
Moser Angelika
Walbersdorfer Hauptstraße 5
7210 Mattersburg
Tel.: 0664/395 91 39
Mail: info@ganzgans.at
Pieler Andreas
Wiesengasse 2
7531 Kemeten
Tel.: 0660/651 19 83
Mail: pielerandreas@gmx.at
Pratscher Hans
7433 Mariasdorf 46
Tel.: 03353/78 36 o. 0664/279 27 03
Mail: hans.pratscher@gmx.at
Resch Jürgen
Sonnenweg 23
7532 Litzelsdorf
Tel.: 0664/531 68 43
Mail: juergen.resch@gmx.at
Schneider Stefan
Dorfstraße 46
7474 Eisenberg/P
Tel.: 0664/442 97 66
Mail: Stefan.schneider93@gmx.at
Wenn aus Konsument:innen Produzent:innen werden
Haben Sie Grünflächen, die Sie gerne sinnvoll nutzen möchten? Gibt es auf Ihrem Betrieb Altgebäude, für die Sie nach einer neuen Nutzungsmöglichkeit suchen? Dann könnte es sich lohnen, sich näher mit der Weideganshaltung auseinanderzusetzen. Die Gänsehaltung ist ein interessanter Betriebszweig, der Möglichkeiten bietet, vorhandene Ressourcen sinnvoll zu nutzen. Die Entscheidung für die Haltung sollte jedoch gut überlegt sein, denn jeder Betrieb bringt andere Voraussetzungen mit.
Deshalb begleiten wir interessierte Betriebe von den ersten Überlegungen an. Wir informieren über die Anforderungen der Weideganshaltung, beantworten offene Fragen und unterstützen dabei, die Möglichkeit am eigenen Betrieb realistisch einzuschätzen. Wenn Sie mehr erfahren möchten, nehmen Sie gerne unverbindlich Kontakt mit uns auf. Für Fragen rund um die Weidegans steht Ihnen Herr Ing. Wolfgang Pleier beratend zur Seite. Möchten Sie sich über eine Mitgliedschaft im Verein der Südburgenländischen Weidegans informieren steht Ihnen Frau Martina Knöbl gerne zur Verfügung.
Kontakt
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Martina Knöbl BSc
Prinz Eugen Straße 7
7400 Oberwart
martina.knoebl@lk-bgld.at
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Ing. Wolfgang Pleier
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7000 Eisenstadt
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