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  1. LK Burgenland
  2. Betriebsführung
  3. Innovation und neue Wege

Schweinehaltung als Schlüssel zum Vollerwerb

Mit dem Umstieg von der Milchviehhaltung auf Schweineproduktion und Direktvermarktung sicherte die Familie die Zukunft ihres Betriebs im Vollerwerb.

Rohrer 1_(c)Martina Siebenhandl_23.jpg © Martina Siebenhandl
Gemeinsam erfolgreich: Die Familie Rohrer pflegt enge Beziehungen zu Kunden, Partnern und der Region und schafft damit die Basis für eine erfolgreiche Direktvermarktung. © Martina Siebenhandl
Viele Betriebe sind zur Absicherung ihrer betrieblichen Zukunft auf der Suche nach Innovationen. In der Betriebsberatung gibt es immer wieder die Frage zu beantworten, mit welcher Betriebsstrategie entwickelt sich ein Betrieb weiter. Die Innovation ist immer im Zusammenhang mit der Strategie zu sehen, denn sie soll es ermöglichen, die Ziele, die sich aus der Betriebsstrategie ergeben, ökonomisch in Einklang mit den Ressourcen und den verfügbaren Arbeitskapazitäten zu erreichen.

Innovation als Betriebsstrategie

Der Banklerhof in Kleblach-Lind ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie ein mittelgroßer Betrieb weiterhin als Familienbetrieb mit Acker- und Grünlandflächen im Vollerwerb geführt werden kann und sogar zusätzlich Mitarbeitern aus der Familie und der Region einen Arbeitsplatz mit entsprechenden Einkommen sichert. Eine Innovation muss dabei nicht immer etwas Exotisches sein: die Aufgabe der Milchmilchviehhaltung und der Einstieg in die Schweineproduktion mit Direktvermarktung erfordert speziell für einen traditionell in der Rinderwirtschaft verankerten Betrieb eine beachtliche Änderung des Mindsets, sprich der Identifikation mit dem neu zu etablierenden Betriebszweig. Erleichtert wurde dies durch jahrzehntelange Aufzeichnungen und die langjährige Mitgliedschaft beim Arbeitskreis Unternehmensführung. Über genaue Daten und Kennzahlenvergleiche fand man in Zusammenarbeit mit der Beratung der Landwirtschaftskammer zur richtigen Strategie.
Rohrer 2.jpg © Martina Siebenhandl
Johannes Rohrer, Juniorbetriebsleiter am Banklerhof, steht mit seinen Schweinefleischspezialitäten für handwerkliche Verarbeitung und höchste Qualität. © Martina Siebenhandl

Neuorientierung durch Regionalität

Bereits im Jahr 2008 hat die Familie sich bewusst von der klassischen Milchviehhaltung verabschiedet, zu einer Zeit, in der Regionalität und Direktvermarktung noch keine Selbstverständlichkeit waren. Diese Entscheidung stellte einen tiefgreifenden Umbruch in der Betriebsstruktur dar und bedeutete ein hohes unternehmerisches Risiko. 2011 folgte der Neubau eines modernen Schweinestalles und es erfolgte der konsequente Einstieg in die Ferkelproduktion. Parallel dazu entwickelte die Familie eine erfolgreiche Direktvermarktung von Fleischprodukten und Brot, die heute das zentrale Standbein des Betriebes darstellt. Statt anonyme Massenmärkte zu bedienen, setzte die Familie auf transparente Herkunft, kurze Wege und persönliche Kundenbeziehungen und legt besonders Wert darauf, dass alles was am Betrieb erzeugt wird, auch durch Handarbeit veredelt wird und zur Wertschöpfung am Hof beiträgt.

Regionaler Arbeitgeber

Mit vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist der Betrieb ein bedeutender Arbeitgeber im ländlichen Raum geworden. Der Banklerhof ist Herz und Knotenpunkt der Region: die Familie arbeitet eng mit Bauern, Wirten, Handelspartnern und Vereinen zusammen. Ob Grillfleisch fürs Sommerfest oder Würstel und Leberkäse beim Krampusumzug – sie sind für alle da, wenn die Region sie braucht. Gegenseitige Wertschätzung, gelebte Solidarität und gemeinsames Handeln machen ihre Kooperationen zur einer Erfolgsgeschichte.
Die bäuerlichen Produkte vom Banklerhof wurden mehrfach mit Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet. Jede Medaille spiegelt die Leidenschaft der Familie zu ihrer Arbeit, die Liebe zu den Tieren im Sinne von Tierwohl und das Engagement für die Region wider:
  • 2010 Gold bei der 1. Kärntner Schlachtspezialitätenprämierung
  • 2010 Landessieg bei der Brotprämierung
  • 2015 Landesfinalist bei der Speckkrone und bei der Brotkrone
  • 2018 Sieger beim Speckkaiser in Wieselburg mit Seitenspeck
  • 2020 Sieger beim Speckkaiser in Wieselburg mit Leberbratl-Brotaufstrich
  • 2024 Landessieg mit Bauernbrot bei der Kärntner Brotprämierung
  • 2026 Landessieg mit Pfefferschinken bei der Kärntner Fleischwarenprämierung
Johannes Rohrer, der kürzlich mit dem 3. Platz beim Vifzack 2026 geehrt wurde, meint dazu: "Eine jede Auszeichnung ist für uns gleichzeitig Dankeschön, Motivation und Ansporn, weiterhin neue Wege zu gehen."

Wir wünschen der Familie weiterhin viel Erfolg!
Rohrer 3.jpg © Martina Siebenhandl
Der Banklerhof im Drautal ist ein gelungenes Beispiel für den Umstieg von Milchviehhaltung in die Ferkelproduktion mit Direktvermarktung. © Martina Siebenhandl

Betriebsspiegel

  • Seehöhe: 589 m
  • Landwirtschaftliche Nutzfläche: 53 ha davon 46 ha Ackerfläche, 7 ha Grünland,
  • Forst: 7 ha
  • 160 Zuchtsauen für Ferkelproduktion sowie Mastschweine zur Direktvermarktung
  • Arbeitskräfte am Betrieb mit Ausbildung: 4
  • Sonstiges: Mitglied bei Arbeitskreis Unternehmensführung

Arbeitskreis Unternehmensführung

Nutzen Sie betriebsindividuelles Zahlenmaterial als Grundlage für betriebliche Entscheidungen und strategische Überlegungen und profitieren Sie von fachlicher Weiterbildung und dem Erfahrungs- und Ideenaustausch in der Gruppe. Gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen in der Land- und Forstwirtschaft lassen sich mit betriebsindividuellen Zahlen leichter lösen. Der Arbeitskreis Unternehmensführung unterstützt Sie dabei!
 
  • Der Arbeitskreis unterstützt Sie beim Führen von gesamtbetrieblichen Aufzeichnungen und bietet eine Plattform, wo betriebswirtschaftliche Zahlen intensiv diskutiert, analysiert und verglichen werden. Darüber hinaus sind der Erfahrungs- und Ideenaustausch sowie die fachliche und persönliche Weiterbildung zentrale Elemente der Arbeitskreisberatung.
  • Ganzjährige Unterstützung bei betriebswirtschaftlichen Aufzeichnungen
  • Ein Vor-Ort-Besuch pro Jahr mit individueller Stärken-Schwächen-Analyse
  • Kennzahlenerhebungen, -analysen und -vergleiche
  • Ca. vier AK-Treffen pro Jahr (Fachveranstaltungen, Exkursionen)
  • Erfahrungs- und Ideenaustausch mit Berufskollegen
 
Bei Interesse bzw. Fragen wenden Sie sich gerne an: Martina Weichsler, martina.weichsler@lk-kaernten.at, Tel.-Nr.: 0463-5850-2531 oder Peter Kristof, peter.kristof@lk-kaernten.at, Tel.-Nr.: 0463-5850-2530.

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.arbeitskreise.at/unternehmensführung.

Links zum Thema

  • Arbeitskreis Unternehmensführung
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