Aktuelle Wettersituation und Auswirkungen auf den Wasserhaushalt
Die anhaltende Trockenheit wirkt sich zunehmend auf den gesamten Wasserhaushalt aus. Besonders betroffen sind die Grundwasservorkommen: Rund 80 Prozent der österreichischen Grundwassermessstellen verzeichneten Ende Mai niedrige Wasserstände. Eine rasche Erholung ist derzeit nicht zu erwarten, da flächendeckende und länger anhaltende Niederschläge weiterhin ausbleiben.
Auch die Fließgewässer führen deutlich weniger Wasser. An mehr als 90 Prozent der Pegelmessstellen lagen die Abflüsse zuletzt unter den langjährigen Mittelwerten, vielerorts wurden bereits Niederwasserverhältnisse festgestellt. Die geringen Schneemengen im Winter und Frühjahr verschärfen die Situation zusätzlich, da weniger Schmelzwasser zur Speisung von Flüssen und Grundwasser zur Verfügung steht.
Für die Böden bedeutet die Trockenheit eine zunehmende Austrocknung. Zwar haben einzelne Niederschlagsereignisse zuletzt die oberen Bodenschichten etwas durchfeuchtet, für eine nachhaltige Verbesserung reichen diese jedoch nicht aus. Besonders in der Landwirtschaft steigt dadurch das Risiko von Ertragseinbußen und Trockenstress für Kulturpflanzen.
Besonders betroffen ist auch das Grünland. Aufgrund der geringen Wasserversorgung verlangsamt sich das Wachstum von Gräsern und Kräutern deutlich. In vielen Regionen fallen die Erträge der Folgeschnitte geringer aus, während die Futterqualität unter der Hitze leidet. Zudem steigt die Gefahr von Lückenbildung im Pflanzenbestand und der Ausbreitung trockenheitsresistenter, aber oft weniger erwünschter Arten.
Insgesamt zeigt die aktuelle Situation, wie empfindlich Grundwasser, Gewässer und Böden auf länger anhaltende Niederschlagsdefizite reagieren. Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich davon ab, ob in den kommenden Sommermonaten ausreichend ergiebige Niederschlagsphasen eintreten. Nach derzeitigen Prognosen ist jedoch weiterhin mit überdurchschnittlichen Temperaturen und keiner nachhaltigen Entspannung der Wassersituation zu rechnen.