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Wie können wir anders in unserer Familie miteinander reden? Imago Teil 7 – Abschied nehmen

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08.07.2026 | von DI Willi Peszt

Die Bgld. Landwirtschaftskammer ist Teil des bundesweiten Beratungsprojektes „Lebensqualität Bauernhof“, das sich zur Aufgabe gemacht hat, psychosoziale Beratung zur Verbesserung der Lebensqualität auf landwirtschaftlichen Betrieben anzubieten.

Wir führen in unseren Familien unterschiedliche Gespräche:
  • mit unserem Mann/ mit unserer Frau
  • mit unseren Eltern
  • mit unseren Kindern, die z.T. schon erwachsen sind.

 Vielleicht kennen Sie folgende Situationen:
  • Sie wollen Ihren Partner/ Ihre Partnerin, Ihre Eltern oder Ihre (erwachsenen) Kinder bitten, etwas an ihrem bisherigen Verhalten zu verändern.
  • Ihr Gegenüber lässt Sie vielleicht gar nicht ausreden, weil es vielleicht zu wissen glaubt, was Sie sagen wollen und antwortet schon.
  • Sie haben nicht das Gefühl verstanden worden zu sein.
 Harville Hendrix, Ph.D. und Helen La Kelly Hunt, Ph.D. haben die Imago Therapie und Beratung begründet.
Quelle: www.brehmsimago.eu 
„Teil 1 – Die vier Ebenen der Wertschätzung“
„Teil 2 – Die vier Schritte des Imago-Dialogs“
„Teil 3 – Die Bitte um Verhaltensveränderung“
„Teil 4 – Macht in Beziehungen konstruktiv einsetzen“
„Teil 5 – Auftanken in Beziehungen“ und 
„Teil 6: unbewusste Vereinbarungen“
dieser Artikelserie sind schon im Mitteilungsblatt der Bgld. Landwirtschaftskammer erschienen und können unter www.bgld.lko.at (Lebensqualität Bauernhof Burgenland) Lebensqualität Bauernhof Burgenland | Landwirtschaftskammer Burgenland nachgelesen werden.
Es gibt viele Situationen, in denen es gilt Abschied zu nehmen
z.B.
  • Bei der Entscheidung für einen Partner/ eine Partnerin nehmen wir Abschied vom bisherigen Single-Leben
  • Bei der Entscheidung für Kinder nehmen wird Abschied vom bisherigen Leben als junges Paar ohne Kinder
  • Beim Auszug der Kinder nehmen wir Abschied vom bisherigen Leben als Eltern-Kind-Familie.
  • Möglicherweise müssen Paare feststellen, dass sie den Weg nicht gemeinsam fortsetzen können – dann müssen sie Abschied voneinander als Liebespaar nehmen – sie bleiben aber lebenslang das Elternpaar der gemeinsamen Kinder.
  • Bei einer Beendigung einer beruflichen Tätigkeit müssen wir von dieser Abschied nehmen.
  • Irgendwann und unvermeidlich müssen wir Abschied von sterbenden Menschen nehmen.

Für all diese Abschiede bietet die Imago-Therapie und Beratung den Abschiedsprozess an. Dieser besteht aus folgenden Teilen:
  1. Globale Erinnerungen
  2. Negatives
  3. Positives
  4. Träume und Visionen
  5. Loslassen
  6. Abschied
Diesen können wir z.B. zusammen mit einem Menschen durchführen, von dem wir uns verabschieden. Falls dies nicht möglich ist, können wir uns auch allein die folgenden Fragen beantworten.
Wenn es um Abschiede von bisherigen Lebensumständen geht, können wir dies gemeinsam mit Menschen tun, die in einer ähnlichen Situation sind, z.B.
  • Junge Menschen können sich vor ihrer Hochzeit mit Freundinnen und Freunden über den Abschied vom Single-Leben austauschen. Ob sie diesen Prozess mit ihrem zukünftigen Partner/ ihrer zukünftigen Partnerin durchführen wollen, hängt davon ab, ob sie ihm/ ihr alles aus ihrem bisherigen Single-Leben erzählen wollen, von dem Sie sich verabschieden. Ev. kann dieser Abschiedsprozess sowohl mit Freundinnen und Freunden, als auch mit dem zukünftigen Partner/ der Partnerin erlebt werden.
  • Junge Paare können vor der Entscheidung zur Familiengründung sich gut gemeinsam vom bisherigen Leben ohne Kinder verabschieden. Und wenn sie von den Veränderungen durch die Elternschaft unterschiedlich betroffen sind, können sie diesen Abschiedsprozess auch zusätzlich mit Freundinnen und Freunden erleben. In der Imago-Therapie und Beratung tauchen oft Themen auf wie z.B. Abschied als stillende Mutter von einem Teil der Selbstbestimmung oder Abschied als Vater und Mutter von spontaner Sexualität.
  • Eltern können miteinander einen Abschiedsprozess beim Auszug der Kinder durchführen – und wenn es z.B. für einen Vater besonders schmerzhaft ist, wenn die Tochter auszieht, kann er vielleicht mit einem Freund, der in einer ähnlichen Situation ist, zusätzlich darüber reden – und das Gleiche gilt natürlich auch für eine Mutter beim Auszug des Sohnes.
  • Falls eine Trennung/ Scheidung unausweichlich ist, ist ein gemeinsamer Abschiedsprozess vom Liebespaar immer vorteilhaft für die zukünftige Zusammenarbeit als getrenntes/ geschiedenes Elternpaar.
  • Wenn wir eine berufliche Tätigkeit beenden z.B. die Betriebsführung, so können wir einen Abschiedsprozess z.B. mit dem Partner/ der Partnerin (bei gemeinsamer Betriebsführung) machen oder mit Berufskolleg:innen, die in einer ähnlichen Situation sind.
  •  Falls z.B. durch eine unheilbare, tödliche Erkrankung der Tod nahe kommt – und es für alle Beteiligten möglich ist – könnte gemeinsam ein Abschiedsprozess durchlebt werden. Dies kann z.B. auf der Paarebene, der Geschwisterebene oder mit der gesamten Familie geschehen.

1) Globale Erinnerungen

mögliche Fragen:
  • Wie war es, mit diesem Menschen zu leben?
  • Wie war das Leben vor der Veränderung?
Wir können spontan und überblicksartig antworten:
Es war oft … (z.B. anstrengend, belastend…) aber auch … (z.B. erfüllend, sinnstiftend…).

2) Negatives

Mögliche Fragen:
  • Was habe ich an negativen Verhaltensweisen von diesem Menschen erlebt?
  • Was war negativ in diesem Lebensabschnitt?
Wir können uns von jeder einzelnen negativen Erinnerung verabschieden und jeweils dazu sagen: „Das wird so nicht mehr sein.“
z.B. „Ich verabschiede mich von dem Angeschrien-Werden. Das wird so nicht mehr sein.“
Danach kommt die nächste negative Erinnerung:
z.B: „Ich verabschiede mich von der Gewalt. Das wird so nicht mehr sein.“
etc.

3) Positives

Mögliche Fragen:
  • Was habe ich an positiven Verhaltensweisen von diesem Menschen erlebt?
  • Was war positiv in diesem Lebensabschnitt?
Wir können uns von jeder einzelnen positiven Erinnerung verabschieden und jeweils dazu sagen: „Das wird so nicht mehr sein.“
z.B. „Ich verabschiede mich von der gemeinsamen Zärtlichkeit. Das wird so nicht mehr sein.“
Danach kommt die nächste positive Erinnerung:
z.B: „Ich verabschiede mich von dem gemeinsamen Lachen. Das wird so nicht mehr sein.“
etc.

4) Träume und Visionen

Mögliche Fragen:
  • Welche Träume und Visionen habe ich mit diesem Menschen gehabt?
  • Welche Träume und Visionen hatte ich in diesem Lebensabschnitt?
Wir können uns von jedem einzelnen Traum/ jeder einzelnen Vision verabschieden und jeweils dazu sagen: „Das wird sich so nicht mehr erfüllen.“
z.B. „Ich verabschiede mich von dem Traum, dass wir dieses bestimmte Ziel noch gemeinsam erreichen. Das wird sich so nicht mehr erfüllen.“
Danach kommt die nächste Vision:
z.B: „Ich verabschiede mich von der Vision, dass wir es besser miteinander schaffen. Das wird sich so nicht mehr erfüllen.“
etc.

5) Loslassen

Je mehr wir uns verabschieden, desto leichter fällt es uns, auch unseren Anteil an dem Negativen, dem Positiven und den Träumen und Visionen zu erkennen.
Mögliche Fragen:
  • Was war mein Anteil an dem Negativen? Wie möchte ich das zukünftig verändern?
  • Was war mein Anteil an dem Positiven? Was möchte ich mir davon behalten bzw. noch verstärken?
  • Ev.: Vor welchen eigenen Problemen wollte ich durch Träume und Visionen davonlaufen?
 
Die Beantwortung dieser Fragen kann sehr herausfordernd sein. Wenn Sie wollen, können Sie dafür Unterstützung (siehe nachfolgende Beratungsangebote) in Anspruch nehmen.
 

6) Abschied

Mögliche Formulierung:
Ich verabschiede mich von diesem Menschen/ Lebensabschnitt, der Eigenschaften besaß, die für mich schwierig waren und Eigenschaften, die ich geliebt habe. Ich bin im Prozess, die Vergangenheit loszulassen und dann in die Zukunft zu gehen und offen für neue Möglichkeiten zu sein.

Zusammenfassung:

Gespräche sind in vielen Bereichen des Zusammenlebens innerhalb der Familie wichtig z.B.
  • Gespräche zwischen Liebespartnern
  • Gespräche zwischen Eltern und (erwachsenen) Kindern
  • Gespräche zwischen Geschwistern

 Die Imago-Therapie und –Beratung hat für diese Gespräche verschiedene hilfreiche Methoden entwickelt z.B.
  • vier Ebenen der Wertschätzung
  • vier Schritte des Imago-Dialogs
  • Bitte um Verhaltensveränderung
  • Dialog zu unbewussten Vereinbarungen in der Beziehung
  • Abschied nehmen 
 
Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Abschied-Nehmen gemacht? Rufen Sie mich an! Tel. 02682/702/606

Beratungsangebote der Burgenländischen Landwirtschaftskammer

Die Burgenländische Landwirtschaftskammer unterstützt als Teil der bundesweiten Initiative „Lebensqualität Bauernhof“ landwirtschaftliche Familienbetriebe in herausfordernden Situationen.

Bäuerliches Sorgentelefon
In einer verzwickten Situation kann es helfen, mit jemandem zu sprechen, der in der bäuerlichen Lebenswelt zu Hause ist und Verständnis für Probleme hat, die in dieser Berufsgruppe und bei der abgebildeten Arbeits- und Wohnkonstellation auftreten - der gleichzeitig aber auch über das nötige psychologische Fachwissen verfügt.
Kompetente Gesprächspartner hören sich Ihre Probleme an und versuchen gemeinsam mit Ihnen Lösungsmöglichkeiten zu finden. Hier können Sie über Ihre Situation reden, hier wird Ihnen zugehört – österreichweit, anonym und vertraulich (€ 1,30/ Stunde).
Telefonnummer: 0810/676810, Montag bis Freitag von 8:30 bis 12:30 Uhr (ausgenommen an gesetzlichen Feiertagen).
 
Psychosoziales Beratungsangebot der Bgld. Landwirtschaftskammer

Die Burgenländische Landwirtschaftskammer bietet Ihnen Unterstützung in Form einer Einzel- , Paar- oder Familienberatung an oder im Rahmen einer Mediation. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen eine Unterstützung helfen könnte, so scheuen Sie Sich nicht, diese auch in Anspruch zu nehmen!
Bei der Beratung werden Sie dabei unterstützt, die für Sie beste Lösung zu finden. Dies kann z.B. sinnvoll sein, wenn sich nicht alle Familienangehörigen an diesem gemeinsamen Prozess beteiligen wollen. Oder Einzelpersonen wollen für sich selber erst festlegen, was ihnen wichtig ist und was in einer Lösung geregelt werden muss, damit sie damit gut leben können.
Bei einer Mediation versuchen alle Beteiligten mithilfe der fachlichen Begleitung durch einen allparteilichen (neutralen) Mediator eine Lösung zu finden, die für alle passt. Dabei unterstützt der Mediator alle Beteiligten so, dass jeder/jede ausdrücken kann, was ihm/ihr wichtig ist. Falls dies jemandem sprachlich schwerer fällt, kann der Mediator die Darstellung durch Formulierungsvorschläge unterstützen ohne den Sachverhalt oder die Aussage zu verändern. Der Mediator bleibt auch hier neutral.
Die Voraussetzung für die Mediation ist, dass alle Beteiligten an diesem Prozess interessiert sind. Es besteht die Chance, dass dabei Lösungen gefunden werden, an die im Vorfeld niemand gedacht hat. Die getroffenen Vereinbarungen halten, weil sie gemeinsam erarbeitet wurden.
Eine genaue Beschreibung dieses Angebots finden Sie unter: www.bgld.lko.at (Lebensqualität Bauernhof Burgenland) Lebensqualität Bauernhof Burgenland | Landwirtschaftskammer Burgenland

Kontakt:
DI Willi Peszt, Psychotherapeut, Imago-Therapeut i.A.u.S.,
Diplom-Sozialpädagoge und zertifizierter Mediator
Burgenländische Landwirtschaftskammer
Esterhazystr. 15; 7000 Eisenstadt,
Tel. 02682/702/606, E: willi.peszt@lk-bgld.at
 

Kontakt

  • Willi Peszt
    DI, Dipl. Sozialpädagoge, zert. Mediator Willi Peszt, Psychotherapeut
    Esterházystraße 15
    7000 Eisenstadt

    willi.peszt@lk-bgld.at
    T 02682/702-606
    F 02682/702-690
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