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Wie können wir anders in unserer Familie miteinander reden? Imago Teil 9 – Energieverluste in Beziehungen vermeiden

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07.09.2026 | von DI Willi Peszt

Die Bgld. Landwirtschaftskammer ist Teil des bundesweiten Beratungsprojektes „Lebensqualität Bauernhof“, das sich zur Aufgabe gemacht hat, psychosoziale Beratung zur Verbesserung der Lebensqualität auf landwirtschaftlichen Betrieben anzubieten.

Wir führen in unseren Familien unterschiedliche Gespräche:
  • mit unserem Mann/ mit unserer Frau
  • mit unseren Eltern
  • mit unseren Kindern, die z.T. schon erwachsen sind.

Vielleicht kennen Sie folgende Situationen:
  • Sie wollen Ihren Partner/ Ihre Partnerin, Ihre Eltern oder Ihre (erwachsenen) Kinder oder Geschwister bitten, etwas an ihrem bisherigen Verhalten zu verändern.
  • Ihr Gegenüber lässt Sie vielleicht gar nicht ausreden, weil es vielleicht zu wissen glaubt, was Sie sagen wollen und antwortet schon.
  • Sie haben nicht das Gefühl verstanden worden zu sein.

Harville Hendrix, Ph.D. und Helen La Kelly Hunt, Ph.D. haben die Imago Therapie und Beratung begründet.
Quelle: www.brehmsimago.eu 
„Teil 1 – Die vier Ebenen der Wertschätzung“
„Teil 2 – Die vier Schritte des Imago-Dialogs“
„Teil 3 – Die Bitte um Verhaltensveränderung“
„Teil 4 – Macht in Beziehungen konstruktiv einsetzen“
„Teil 5 – Auftanken in Beziehungen“ 
„Teil 6 – unbewusste Vereinbarungen“
"Teil 7 – Abschied nehmen" und
„Teil 8 – Das Krokodil in unserem Kopf“
dieser Artikelserie sind schon im Mitteilungsblatt der Bgld. Landwirtschaftskammer erschienen und können unter www.bgld.lko.at (Lebensqualität Bauernhof Burgenland) Lebensqualität Bauernhof Burgenland | Landwirtschaftskammer Burgenland nachgelesen werden.

Vorbemerkung:
Zur Veranschaulichung enthält dieser Artikel Konfliktbeispiele aus heterosexuellen Paarbeziehungen, wie sie häufig in der Beratungspraxis vorkommen. Diese sollen aber keinesfalls Stereotype verankern. Es kommen auch alle anderen Konstellationen vor.
Die untenstehenden Ausführungen gelten in ihren Grundsätzen ebenso für Generationenkonflikte, Geschwisterkonflikte etc..

Konfliktenergie in Beziehungen

Menschen sind unterschiedlich. Dies führt oft zu Konflikten zwischen Ehepartnern, Eltern und (erwachsenen) Kindern, Geschwistern etc. Konflikte sind anstrengend, daher wünschen wir uns manchmal, dass wir nur harmonisch und konfliktfrei miteinander leben könnten. Dann gäbe es aber keine persönliche Weiterentwicklung mehr.
 
So wie bei einer Batterie die Spannung durch die Unterschiedlichkeit der beiden Pole entsteht, so erzeugen die Unterschiede in Beziehungen psychische Energie, die im Optimalfall in konstruktiven Konflikten zur Weiterentwicklung beider Konfliktpartner führt.
Bildlich ausgedrückt: Die Konfliktenergie ist die Hitze, die wir benötigen um die scheinbar unverdaulichen Eigenschaften jedes Konfliktpartners zu kochen, damit daraus die Nahrung für die weitere Entwicklung der Beziehung entsteht.

Verlust von Konfliktenergie

Wir sind unterschiedlich konfliktfreudig, abhängig von unserem Charakter und bisherigen Konflikterfahrungen. Wenn wir lange Zeit destruktive Konflikte erlebt haben, ist es verständlich, wenn wir einmal resignieren und keine Energie mehr in Konflikte stecken möchten. Doch was passiert dann mit der Energie?
 
Die Energie kann über verschiedene Ausgänge abgeleitet werden. Diese Energie geht dem Paar jedoch verloren.
 
Mögliche Formen von Ausgängen:
  • Zweckmäßige Ausgänge:
z.B.: Der Mann befürchtet (unbewusst), dass er von seiner Frau Vorwürfe zu hören bekommt, wenn er nach der Arbeit nach Hause kommt. Er findet daher immer wieder Gründe, wieso jene Arbeit noch dringend erledigt werden muss – und wenn er dann endlich nach Hause kommt, ist die Frau vielleicht schon sehr müde, ev. sogar schon eingeschlafen.
z.B.: Die Frau möchte (unbewusst) die Zweisamkeit mit dem Mann vermeiden. Sie legt die kleinen Kinder schlafen, liest ihnen etwas vor, legt sich zu ihnen ins Bett – bis sie selbst dort einschläft.
 
  • Bewusste Ausgänge:
z.B.: Der Mann möchte Diskussionen mit seiner Frau vermeiden. Während des gemeinsamen Essens liest er die Zeitung, scrollt am Handy oder sieht auf den gleichzeitig laufenden Fernseher.
z.B.: Die Frau geht früh ins Bett, sagt, dass sie Migräne hat, stellt sich schlafend, um der Forderung des Mannes nach Sexualität aus dem Weg zu gehen.
 
  • Energie abziehende Ausgänge
z.B.: Der Mann investiert viel Zeit in seine Hobbys (z.B. Sport, Jagd, Feuerwehr etc.).
z.B.: Die Frau verbringt viel Zeit mit ihrer Mutter, ihren Freundinnen, ausgedehnten Einkaufstouren etc.
 
  • Katastrophale Ausgänge, die zum Ende der Beziehung führen, wenn sie nicht geschlossen werden
z.B. Der Mann und/oder die Frau betrinken sich häufig, beginnen eine Affäre etc.
 
  • Endgültige Ausgänge, die die Beziehung jedenfalls beenden
z.B. Trennung/Scheidung, Suizid, Mord

 

Schließen von Ausgängen – Vermeidung von Energieverlusten

  • Ausgänge (mit Ausnahme der endgültigen Ausgänge) können auch wieder geschlossen werden – z.B. durch Imago-Gespräche.
  • Eine Begleitung durch neutrale, allparteiliche Therapeut:innen/Berater:innen ist oftmals sinnvoll, da in vielen Fällen Verletzungen passiert sind, die ausgesprochen und anerkannt werden sollten. Die Therapeuten:innen und Berater:innen unterstützen dabei beide Seiten in gleicher Weise, um die Energie in der Beziehung zu halten und für konstruktive Veränderungen zum beidseitigen Nutzen zu verwenden.
  • Wir sollten unseren Anteil an den bisherigen Vorkommnissen suchen und dazu stehen.
  • Wir können uns selbstkritisch fragen, wieso wir bisher diese Ausgänge gewählt haben, was wir dadurch vermieden haben.
  • Wir können uns fragen, welche Ängste uns vielleicht bisher daran gehindert haben, offen mit dem Gegenüber über die notwendigen Veränderungen zu sprechen.
  • Wir könnten uns fragen, wo wir bereits früher Erfahrungen mit Ausgängen aus Konflikten gemacht haben – z.B. in unseren Herkunftsfamilien, früheren Liebesbeziehungen etc.. Wenn wir unserem Gegenüber davon erzählen, ist es für sie/ihn vielleicht leichter nachvollziehbar, wieso wir bei bestimmten Formen von Ausgängen besonders sensibel reagieren, wenn wir sie am Gegenüber wahrnehmen.
  • Wir könnten überlegen, wie wir anders in Situationen reagieren könnten, die wir als schwierig erleben.

Zusammenfassung:

Gespräche sind in vielen Bereichen des Zusammenlebens innerhalb der Familie wichtig z.B.
  • Gespräche zwischen Liebespartnern
  • Gespräche zwischen Eltern und (erwachsenen) Kindern
  • Gespräche zwischen Geschwistern
 
Die Imago-Therapie und –Beratung hat für diese Gespräche verschiedene hilfreiche Methoden entwickelt z.B.
  • vier Ebenen der Wertschätzung
  • vier Schritte des Imago-Dialogs
  • Bitte um Verhaltensveränderung
  • Dialog zu unbewussten Vereinbarungen in der Beziehung
  • Abschied nehmen
  • Das Krokodil im eigenen Kopf erkennen und zurückdrängen
 
Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Abschied-Nehmen gemacht? Rufen Sie mich an! Tel. 02682/702/606

Beratungsangebote der Burgenländischen Landwirtschaftskammer

Die Burgenländische Landwirtschaftskammer unterstützt als Teil der bundesweiten Initiative „Lebensqualität Bauernhof“ landwirtschaftliche Familienbetriebe in herausfordernden Situationen.

Bäuerliches Sorgentelefon
In einer verzwickten Situation kann es helfen, mit jemandem zu sprechen, der in der bäuerlichen Lebenswelt zu Hause ist und Verständnis für Probleme hat, die in dieser Berufsgruppe und bei der abgebildeten Arbeits- und Wohnkonstellation auftreten - der gleichzeitig aber auch über das nötige psychologische Fachwissen verfügt.
Kompetente Gesprächspartner hören sich Ihre Probleme an und versuchen gemeinsam mit Ihnen Lösungsmöglichkeiten zu finden. Hier können Sie über Ihre Situation reden, hier wird Ihnen zugehört – österreichweit, anonym und vertraulich (€ 1,30/ Stunde).
Telefonnummer: 0810/676810, Montag bis Freitag von 8:30 bis 12:30 Uhr (ausgenommen an gesetzlichen Feiertagen).
 
Psychosoziales Beratungsangebot der Bgld. Landwirtschaftskammer

Die Burgenländische Landwirtschaftskammer bietet Ihnen Unterstützung in Form einer Einzel- , Paar- oder Familienberatung an oder im Rahmen einer Mediation. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen eine Unterstützung helfen könnte, so scheuen Sie Sich nicht, diese auch in Anspruch zu nehmen!
Bei der Beratung werden Sie dabei unterstützt, die für Sie beste Lösung zu finden. Dies kann z.B. sinnvoll sein, wenn sich nicht alle Familienangehörigen an diesem gemeinsamen Prozess beteiligen wollen. Oder Einzelpersonen wollen für sich selber erst festlegen, was ihnen wichtig ist und was in einer Lösung geregelt werden muss, damit sie damit gut leben können.
Bei einer Mediation versuchen alle Beteiligten mithilfe der fachlichen Begleitung durch einen allparteilichen (neutralen) Mediator eine Lösung zu finden, die für alle passt. Dabei unterstützt der Mediator alle Beteiligten so, dass jeder/jede ausdrücken kann, was ihm/ihr wichtig ist. Falls dies jemandem sprachlich schwerer fällt, kann der Mediator die Darstellung durch Formulierungsvorschläge unterstützen ohne den Sachverhalt oder die Aussage zu verändern. Der Mediator bleibt auch hier neutral.
Die Voraussetzung für die Mediation ist, dass alle Beteiligten an diesem Prozess interessiert sind. Es besteht die Chance, dass dabei Lösungen gefunden werden, an die im Vorfeld niemand gedacht hat. Die getroffenen Vereinbarungen halten, weil sie gemeinsam erarbeitet wurden.
Eine genaue Beschreibung dieses Angebots finden Sie unter: www.bgld.lko.at (Lebensqualität Bauernhof Burgenland) Lebensqualität Bauernhof Burgenland | Landwirtschaftskammer Burgenland

Kontakt:
DI Willi Peszt, Psychotherapeut, Imago-Therapeut i.A.u.S.,
Diplom-Sozialpädagoge und zertifizierter Mediator
Burgenländische Landwirtschaftskammer
Esterhazystr. 15; 7000 Eisenstadt,
Tel. 02682/702/606, E: willi.peszt@lk-bgld.at
 

Kontakt

  • Willi Peszt
    DI, Dipl. Sozialpädagoge, zert. Mediator Willi Peszt, Psychotherapeut
    Esterházystraße 15
    7000 Eisenstadt

    willi.peszt@lk-bgld.at
    T 02682/702-606
    F 02682/702-690
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