Problempflanze Ampfer - Digitale Technik und Künstliche Intelligenz in der Ampferbekämpfung
Auf Biobetrieben steht häufig nur das händische Ampferstechen als wirksame Einzelpflanzenbekämpfung zur Verfügung. Auf konventionell wirtschaftenden Betrieben gewinnen die gezielte Reduktion von Pflanzenschutzmitteln und die Senkung der Bekämpfungskosten zunehmend an Bedeutung.
Nachfolgend werden zwei Verfahren vorgestellt.
Nachfolgend werden zwei Verfahren vorgestellt.
RumboJet - Präzisionspflanzenschutz im Grünland
Der RumboJet wird mittlerweile von mehreren Maschinenringen und Lohnunternehmen in Österreich eingesetzt und hat sich insbesondere bei stärkerem Ampferbesatz als praxistaugliche Lösung etabliert.
Herzstück des Systems sind mehrere hochauflösende Kameras, welche die Grünlandfläche während der Fahrt kontinuierlich erfassen. Mithilfe künstlicher Intelligenz werden Ampferpflanzen anhand ihrer Blattform, Größe und Farbe erkannt. Anschließend werden nur jene Düsen aktiviert, die sich direkt über der Zielpflanze befinden. Dadurch erfolgt eine punktgenaue Behandlung der einzelnen Ampferpflanzen.
Ein wesentlicher Vorteil liegt in der erheblichen Einsparung von Pflanzenschutzmitteln. Je nach Ampferbesatz können bis zu 90 bis 98 % der Aufwandmenge gegenüber einer Flächenspritzung eingespart werden. Gleichzeitig werden die wertvollen Futterpflanzen geschont.
Mit Arbeitsbreiten von rund 8,8 m und Fahrgeschwindigkeiten von etwa 8 bis 10 km/h ist eine hohe Schlagkraft möglich. Die Bekämpfungswirkung hängt jedoch wesentlich vom Entwicklungsstadium des Ampfers, den Witterungsbedingungen sowie einer exakten Erkennung der Zielpflanzen ab.
Ein wesentlicher Vorteil liegt in der erheblichen Einsparung von Pflanzenschutzmitteln. Je nach Ampferbesatz können bis zu 90 bis 98 % der Aufwandmenge gegenüber einer Flächenspritzung eingespart werden. Gleichzeitig werden die wertvollen Futterpflanzen geschont.
Mit Arbeitsbreiten von rund 8,8 m und Fahrgeschwindigkeiten von etwa 8 bis 10 km/h ist eine hohe Schlagkraft möglich. Die Bekämpfungswirkung hängt jedoch wesentlich vom Entwicklungsstadium des Ampfers, den Witterungsbedingungen sowie einer exakten Erkennung der Zielpflanzen ab.
Vorteile
Nachteile
- Sehr hohe Pflanzenschutzmitteleinsparung
- Schonung der Grünlandnarbe
- Hohe Flächenleistung
- Geeignet für stark befallene Flächen
Nachteile
- Wirtschaftlichkeit abhängig von Befallsstärke und Flächenausmaß
- Bekämpfungserfolg abhängig vom Entwicklungsstadium der Pflanzen
Pratum - Der autonome Grünlandroboter
Einen anderen Ansatz verfolgt der Grünlandroboter „Pratum“ des Start-ups „Paltech“. Das System arbeitet vollständig ohne Pflanzenschutzmittel und stellt daher insbesondere für Biobetriebe eine interessante Alternative dar.
Der autonome Roboter bewegt sich selbstständig über die Grünlandfläche. Kamerasysteme und künstliche Intelligenz identifizieren die Ampferpflanzen. Nach der Erkennung stoppt das Gerät und entfernt die Pflanze mechanisch mittels eines speziellen Bohrsystems.
Dabei wird die Wurzel je nach Einstellung bis zu 15 cm tief zerstört. Ziel ist es, sowohl die Pfahlwurzel als auch die Erneuerungsknospen nachhaltig zu schädigen. Anschließend verschließt das System das entstandene Loch und kann dieses gleichzeitig mit Saatgut nachsäen.
Dank Akkubetrieb sind lange Einsatzzeiten möglich. Zusätzlich verfügt das System über eine Hin-derniserkennung, um Menschen, Tiere und andere Hindernisse sicher zu erkennen. Da sich die Technologie noch in einer vergleichsweise frühen Entwicklungsphase befindet, werden laufend Verbesserungen vorgenommen. Die praktische Bewährung unter unterschiedlichen Standort- und Witterungsbedingungen wird in den kommenden Jahren zeigen, welches Leistungspotenzial langfristig erreicht werden kann.
Dabei wird die Wurzel je nach Einstellung bis zu 15 cm tief zerstört. Ziel ist es, sowohl die Pfahlwurzel als auch die Erneuerungsknospen nachhaltig zu schädigen. Anschließend verschließt das System das entstandene Loch und kann dieses gleichzeitig mit Saatgut nachsäen.
Dank Akkubetrieb sind lange Einsatzzeiten möglich. Zusätzlich verfügt das System über eine Hin-derniserkennung, um Menschen, Tiere und andere Hindernisse sicher zu erkennen. Da sich die Technologie noch in einer vergleichsweise frühen Entwicklungsphase befindet, werden laufend Verbesserungen vorgenommen. Die praktische Bewährung unter unterschiedlichen Standort- und Witterungsbedingungen wird in den kommenden Jahren zeigen, welches Leistungspotenzial langfristig erreicht werden kann.
Vorteile
- Keine Pflanzenschutzmittel erforderlich
- Für biologische Wirtschaftsweise geeignet
- Hohe Arbeitsqualität bei moderater Pflanzengröße und geringer Wurzelverzweigung
- Potenzial für vollautonomen Einsatz
- Derzeit noch junge Technologie
- Geringere Flächenleistung als großflächige Verfahren
- Wirtschaftlichkeit muss sich noch in der Praxis beweisen
Ausblick
Die rasante Entwicklung von Sensorik, Robotik und künstlicher Intelligenz eröffnet neue Perspektiven für die Grünlandbewirtschaftung. Künftig könnten solche Systeme nicht nur zur Ampferbekämpfung, sondern auch zur Erkennung und Bekämpfung weiterer Problemkräuter wie Jakobskreuzkraut, Wasserkreuzkraut oder Herbstzeitlose eingesetzt werden.
Auch die Kombination des Roboters mit Drohnentechnik befindet sich gerade in der Pilotphase. Durch Befliegungen können befallene Bereiche kartiert und dokumentiert werden. Auf Basis dieser Daten lassen sich Behandlungsmaßnahmen gezielt planen und die Effizienz der Bekämpfung weiter steigern.
Auch die Kombination des Roboters mit Drohnentechnik befindet sich gerade in der Pilotphase. Durch Befliegungen können befallene Bereiche kartiert und dokumentiert werden. Auf Basis dieser Daten lassen sich Behandlungsmaßnahmen gezielt planen und die Effizienz der Bekämpfung weiter steigern.
Fazit
Kameragestützte Präzisionsverfahren und autonome Robotersysteme zeigen, dass die Digitalisierung mittlerweile auch im Grünland angekommen ist. Während Systeme wie der RumboJet eine erhebliche Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes ermöglichen, bieten autonome Roboter wie Pratum erstmals eine mechanische und automatisierte Alternative für die Einzelpflanzenbekämpfung.
Ob sich die Verfahren langfristig flächendeckend durchsetzen, wird von ihrer Wirtschaftlichkeit, Zuverlässigkeit und Praxistauglichkeit abhängen. Für einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg bleibt jedoch weiterhin eine dichte, leistungsfähige Grünlandnarbe die wichtigste Grundlage zur Vorbeugung von Ampferproblemen.
Ob sich die Verfahren langfristig flächendeckend durchsetzen, wird von ihrer Wirtschaftlichkeit, Zuverlässigkeit und Praxistauglichkeit abhängen. Für einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg bleibt jedoch weiterhin eine dichte, leistungsfähige Grünlandnarbe die wichtigste Grundlage zur Vorbeugung von Ampferproblemen.
Stumpfblättriger Ampfer
- Bis zu 60.000 Samen pro Pflanze und Jahr
- Samen ist mehrere Jahrzehnte im Boden keimfähig (Einzelfälle bis 90 Jahre)
- Wuchshöhe meist 60 bis 120 cm, in Ausnahmefällen bis etwa 150 cm
- Pfahlwurzel bis 2 m Tiefe