Neophyten in der Landwirtschaft, die unserer Gesundheit schaden
Ambrosia artemisiifolia (Ragweed) – weit verbreitet Dank menschlicher Transporte
Bedeutung
Ragweed ist ein anspruchsloser und stresstoleranter Pionier und gedeiht auf Extremstandorten wie Straßenpanketten, Wegen und Ruderalflächen sowie auf Feldern.
In konkurrenzschwachen in Reihe angebauten Sommerkulturen mit offenem Boden ist Ragweed sowohl in konventioneller als auch biologischer Kulturführung problematisch. Eine Ragweedpflanze/m² kann durch allelopathische Ausscheidungen den Sojaertrag um bis zu 80 % reduzieren.
Ragweed-Pollen sind hoch allergen (6× stärker als Gräserpollen) und fliegen hunderte Kilometer weit. Allergien verursachen jährliche Kosten bis zu € 2.100 pro Patient.
Kontrolle von Ragweed
In konkurrenzschwachen in Reihe angebauten Sommerkulturen mit offenem Boden ist Ragweed sowohl in konventioneller als auch biologischer Kulturführung problematisch. Eine Ragweedpflanze/m² kann durch allelopathische Ausscheidungen den Sojaertrag um bis zu 80 % reduzieren.
Ragweed-Pollen sind hoch allergen (6× stärker als Gräserpollen) und fliegen hunderte Kilometer weit. Allergien verursachen jährliche Kosten bis zu € 2.100 pro Patient.
Kontrolle von Ragweed
- Keinesfalls in der Jugendphase mähen! Dies induziert starke Verzweigung und in Folge mehr Samen.
- Herbizide nur bis 4-Blattstadium anwenden (Vermeidung von Resistenzen, kaum wirksame Herbizide zugelassen)
- Erster Schnitt erst nach 21.6., optimal bei voll entwickelten männlichen Blüten.
- Zweiter Schnitt eventuell 4 Wochen später.
- Angepasste Mährhythmen (Juni/August/September oder August/September) reduzieren Ambrosiaauftreten.
Datura stramonium (Stechapfel) – schön giftig
Bedeutung
Stechapfel besiedelt vor allem nährstoffreiche Ruderalflächen (u.a. Müllplätze, Komposthaufen, städtisches Ödland) und Äcker.
Der wärmebedürftige Spätkeimer ist in konkurrenzschwachen in Reihe angebauten Sommerkulturen mit offenem Boden vor allem in biologischer Kulturführung problematisch.
Das Nachtschattengewächs enthält in allen Pflanzenteilen tödlich giftige Tropanalkaloide. Eine EU-Verordnung legt Höchstgehalte für bestimmte Lebensmittel fest.
Hauptproblem ist der Kontakt des Erntegutes beim Drusch mit Pflanzensäften der noch grünen Stechapfelpflanze. Trockene Stechapfel-Samen können aus vielen Kulturen problemlos herausgereinigt werden. Hirse hat eine ähnliche Korngröße, was die mechanische Trennung von Stechapfelsamen erschwert.
Kontrolle
Der wärmebedürftige Spätkeimer ist in konkurrenzschwachen in Reihe angebauten Sommerkulturen mit offenem Boden vor allem in biologischer Kulturführung problematisch.
Das Nachtschattengewächs enthält in allen Pflanzenteilen tödlich giftige Tropanalkaloide. Eine EU-Verordnung legt Höchstgehalte für bestimmte Lebensmittel fest.
Hauptproblem ist der Kontakt des Erntegutes beim Drusch mit Pflanzensäften der noch grünen Stechapfelpflanze. Trockene Stechapfel-Samen können aus vielen Kulturen problemlos herausgereinigt werden. Hirse hat eine ähnliche Korngröße, was die mechanische Trennung von Stechapfelsamen erschwert.
Kontrolle
- Einzelne Pflanzen vor der Blüte ausreißen und liegen lassen.
- Samen-Kapseln von der Fläche entfernen und entsorgen (UDB) oder verbrennen (Handschuhe empfohlen!)
- Bodenbedeckung über Fruchtfolge mit Winterungen sowie Strohmulch
- mechanischer Schnitt unterhalb des Vegetationskegels
- Chemische Bekämpfung: Herbizide laut Pflanzenschutzmittelregister
Für beide gilt: Verbreitung vermeiden und Samenbildung verhindern!
- Feldhygiene, Maschinenreinigung (Erdanhang)
- Die Verschleppung von Samen in Felder mittels Maschinen, Erdbewegungen, Verkehr, Mulchgeräten sowie Kompost ist zu vermeiden!
- Konkurrenzstarke Kulturen bzw. permanente Bodenbedeckung verhindern die Keimung
- Keine Bodenbearbeitung. Vergraben der Samen verzettelt das Problem!
- Junge Pflanzen sind mechanisch mittels Striegel oder Hacke bzw. chemisch gut bekämpfbar.
- Einzelne Pflanzen vor der Blüte ausreißen und liegen lassen.
- Samentragende Pflanzen verbrennen oder in UDB-Sammelzentren abgeben (nicht kompostieren, nicht in Biogasanlagen).
Kontakt
-
DI Claudia Winkovitsch
Esterházystraße 15
7000 Eisenstadt
claudia.winkovitsch@lk-bgld.at
T 02682/702-604
F 02682/702-690