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08.05.2026 | von DI Claudia Winkovitsch

Die Bedeutung der Gehölze in Ernährung und Land(wirt)schaft

Seminar-Rückblick mit Ausblick

Der Blick in unsere Vergangenheit zeigt, dass der Wald, sein Laub und seine Früchte Landwirtschaft überhaupt erst möglich machten. Bäume und Sträucher waren in die Wiesen- und Weidewirtschaft integriert und lieferten wertvolles, mineralstoffreiches Futter für das Vieh. Heute ist diese Tatsache kaum noch bekannt und auch die Gehölze, die damals landwirtschaftlich genutzt wurden, sind weitestgehend aus der Landschaft verschwunden. Die moderne Landwirtschaft stößt zunehmend an Grenzen. Aktuell sorgt eine ausgeprägte Dürre für Futterknappheit. Das Interesse an altem Gebrauchswissen und an früheren Landnutzungsformen steigt. Kann Laubfutter eine „Trockenheitsversicherung“ in Dürrezeiten darstellen? Bäume schaffen nicht nur wertvolle Strukturen und Lebensräume, sie tragen auch wesentlich zu kleinen Wasserkreisläufen und zur Klimaregulierung bei. Laub und Früchte sind bedeutende Nahrungs- und Einnahmequellen. Michael Machatschek trägt dieses Wissen seit Jahrzehnten zusammen, konnte viel Erfahrung sammeln und schenkte uns am 5. Mai 2026 in einem Seminar interessante Einblicke in eine längst vergessene Land-Bewirtschaftung. Fortsetzung folgt!
Michael Machatschek_Schneitelbäume.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Schneitelbäume

Schneitelbäume (spezielle Baumerziehung für die Triebnutzung zur Fütterung) sind die Stars der Luftwiesenwirtschaft. Die Multifunktionstalente Baum und Strauch befestigen den Boden, lenken den Wind, beschatten und liefern Nahrung. Michael Machatschek faszinierte uns mit seinen interessanten Ausführungen.
Maulbeerbaum Schneitelschntt in Rust bei Fam Triebaumer.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Maulbeerbaum mit Schneitelschnitt

Die trockenheitstolerante Maulbeere wurde für das menschliche Maß erzogen. Sie ist ohne Geräte besteigbar und beerntbar. Junge, wenig verholzte, einjährige Triebe werden jährlich geschnitten und – frisch oder getrocknet – verfüttert. Der Neuaustrieb bringt mehr Laub mit größeren und schmackhafteren Blättern hervor. Der Schnitt steigert den Ertrag und verlängert das Leben der Bäume, die sich permanent selbst verjüngen!
wir schützen was wir schätzen.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Wir schützen, was wir schätzen!

Baumlaub kann vielfältig genutzt werden.
Einst:
  • Decken- und Polsterfüllung
  • Mineralstoffreiches Tierfutter, Medizin und Notnahrung
  • Einstreu • Toilettenpapier (Linde)
Einst und jetzt:
  • Beschattung und Kühlung
Erfahrungsaustausch vor dem Bildhauerhaus.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Erfahrungsaustausch vor dem Bildhauerhaus

In malerischer Umgebung im Bildhauerhaus am Koglberg in St. Margarethen trafen Interessierte zum Austausch zusammen.
Beweidungsprojekt Projekt_St Margarethen 05-05-2026_Winkovitsch.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Beweidungsprojekt

Beweidungsprojekt zur Wiederherstellung und Erhaltung der Trockenrasen am Koglberg mit Angus-Rindern. Die Begehung der Weidefläche war sehr aufschlussreich!
Gehölze -Futter Schatten Bodenfestigung Lebensraum_hoeller.jpg © LKBgld_Höller

Gehölze als Futterquelle, Schattenspender, Bodenfestiger und biodiverser Lebensraum

Weidewirtschaft ist die beste Naturschutzmaßnahme. Tierische Ausscheidungen fördern Lebensgemeinschaften wie z. B. zwischen Pilzen und Pflanzen (Mykorrhiza).
Kuhfladen.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Kuhfladen als Lebensspender, Nahrungsquelle und Lebensraum.

In den natürlichen Vertiefungen entstehen bei Regen kleine Lacken, die die Verrottung fördern.
Der Schnitt und das richtige Maß_auf den Stock setzen.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Der Hecken- und Baumschnitt

Das richtige Maß ist entscheidend, sowohl beim Rückschnitt als auch beim „auf den Stock setzen“ zur Verjüngung.
  • einst bäuerliche Laubnutzung
  • jetzt teure abfallproduzierende Pflegearbeit
Potenzial: Doppelnutzung Weide + Schneitellaub
Schnittgut als Schutzzone für Kernwuchs.jpg © LKBgld_Winkovitsch
Schnittgut ist nützliche Schutzzone für Kernwuchs – auflaufende verholzende Jungpflanzen Es sollte nahe an Gehölzstrukturen abgelegt werden, um keine Weidefläche zu verlieren.
11_die aromatische Steinweichsel.jpg © LKBgld_Winkovitsch

aromatische Steinweichsel

Die Steinweichsel wurde wegen ihres robusten Holzes für Gehstecken und Tabakpfeifen genutzt. Das Laub enthält Blausäurederivate und entfaltet im Mund beim Kauen ein Amaretto-Aroma.
Weißdorn-Verbiss Machatschek 05-05-2026_Winkovitsch.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Weißdorn verbissen

Mit frühzeitigem hohem Beweidungsdruck können Büsche und Bäume auf Weiden zurückgedrängt werden. Der offene Hutweidecharakter kehrt zurück.
nur junge frische Triebe werden gefressen.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Vergleich der Blätter junger und alter Triebe

Junge Triebe bringen schmackhafte bekömmliche Blätter hervor und werden deshalb bevorzugt von Rindern gefressen. Überaltert der Gehölzbestand verbuscht die Weide.
Michael Machatschek u Claudia Winkovitsch.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Der Referent:

DI Dr. Michael Machatschek Spezialist für die Nutzung wildwachsender Pflanzen, das Gebrauchswissen und alte Landnutzungsformen von diesen Pflanzen, Landschaftsökologe, Hirte und Senn, freiberuflicher Forscher, Lehrer, Landschafts- und Freiraumplaner, Vegetationskundler, Gutachter, Berater und Buchautor von z. B. „Nahrhafte Landschaft“.

Literaturtipps vom Autor:

  • Hecken: Geschichte und Ökologie; Anlage, Erhaltung und Nutzung
  • Laubgeschichten: Gebrauchswissen einer alten Baumwirtschaft, Speise- und Futterlaubkultur
  • Fermentieren von Wildpflanzen: Neue Praxis und Kultur einer altbewährten Konservierungsmethode
  • Speisekammer aus der Natur: Bevorratung und Haltbarmachung von Wildpflanzen • Nahrhafte Landschaft: Ampfer, Kümmel, Rapunzelgemüse, Speiselaub und andere wiederentdeckte Nutz- und Heilpflanzen
  • Nahrhafte Landschaft 3: Von Baumwässern, Fetthennen, Schaum- und Springkräutern, Ohrenpilzen, süßen Eicheln, Kranawitt und anderen wiederentdeckten Nutz- und Heilpflanzen •
  • Nahrhafte Landschaft 4: Von Ferkelkräutern, Wiesenknopf, Ziegenmilch, Ruchgras, Rasch, Birnmehl, Kraterellen und anderen wildwachsenden Nutzpflanzen
  • Wie viele Arten braucht der Mensch? Eine Spurensuche Grüne Reihe des Lebensministeriums, Band 22
  • Das Knopfkraut: Ein „Teufelskraut“ erobert Gärten, Äcker und unsere Küchen

Resümee

Der Blick über den Tellerrand erweitert den Horizont. Der Blick in die Vergangenheit inspiriert für die Zukunft. Danke Michael für deine bereichernden Ausführungen. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!
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Wieso wochst’n des Zaussat do?

Weitere Fachinformation

  • Biodiversität am Acker - Teil 2a: Ackerbiodiversitätsflächen mit regionalen Ackersaatmischungen (DIVRS) – das Saatgut und die einjährigen Pflanzenarten
  • Biodiversität am Acker - Teil 2b: Ackerbiodiversitätsflächen mit regionalen Ackersaatmischungen (DIVRS) – die Bedeutung für die Landwirtschaft und für die Gesellschaft sowie die zweijährigen Pflanzenarten
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Michael Machatschek_Schneitelbäume.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Schneitelbäume (spezielle Baumerziehung für die Triebnutzung zur Fütterung) sind die Stars der Luftwiesenwirtschaft. Die Multifunktionstalente Baum und Strauch befestigen den Boden, lenken den Wind, beschatten und liefern Nahrung. Michael Machatschek faszinierte uns mit seinen interessanten Ausführungen. © LKBgld_Winkovitsch

Maulbeerbaum Schneitelschntt in Rust bei Fam Triebaumer.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Maulbeerbaum mit Schneitelschnitt in Rust bei Familie Triebaumer (Aufnahme von Exkursion 2025) © LKBgld_Winkovitsch

wir schützen was wir schätzen.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Wir schützen, was wir schätzen! © LKBgld_Winkovitsch

Erfahrungsaustausch vor dem Bildhauerhaus.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Erfahrungsaustausch vor dem Bildhauerhaus © LKBgld_Winkovitsch

Beweidungsprojekt Projekt_St Margarethen 05-05-2026_Winkovitsch.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Beweidungsprojekt zur Wiederherstellung und Erhaltung der Trockenrasen am Koglberg mit Angus-Rindern. Die Begehung der Weidefläche war sehr aufschlussreich! © LKBgld_Winkovitsch

Gehölze -Futter Schatten Bodenfestigung Lebensraum_hoeller.jpg © LKBgld_Höller

Gehölze als Futterquelle, Schattenspender, Bodenfestiger und biodiverser Lebensraum © LKBgld_Höller

Kuhfladen.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Kuhfladen als Lebensspender, Nahrungsquelle und Lebensraum. © LKBgld_Winkovitsch

Der Schnitt und das richtige Maß_auf den Stock setzen.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Der Hecken- und Baumschnitt © LKBgld_Winkovitsch

Schnittgut als Schutzzone für Kernwuchs.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Schnittgut ist nützliche Schutzzone für Kernwuchs – auflaufende verholzende Jungpflanzen Es sollte nahe an Gehölzstrukturen abgelegt werden, um keine Weidefläche zu verlieren. © LKBgld_Winkovitsch

11_die aromatische Steinweichsel.jpg © LKBgld_Winkovitsch

aromatische Steinweichsel © LKBgld_Winkovitsch

Weißdorn-Verbiss Machatschek 05-05-2026_Winkovitsch.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Weißdorn-Verbiss -Mit frühzeitigem hohem Beweidungsdruck können Büsche und Bäume auf Weiden zurückgedrängt werden. Der offene Hutweidecharakter kehrt zurück. © LKBgld_Winkovitsch

nur junge frische Triebe werden gefressen.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Vergleich der Blätter junger und alter Triebe Junge Triebe bringen schmackhafte bekömmliche Blätter hervor und werden deshalb bevorzugt von Rindern gefressen. Überaltert der Gehölzbestand verbuscht die Weide. © LKBgld_Winkovitsch

Michael Machatschek u Claudia Winkovitsch.jpg © LKBgld_Winkovitsch

Organisatorin Claudia Winkovitsch und Referent Michael Machatschek © LKBgld_Winkovitsch